Praxisbeispiel

Containerschule in Polch

Zweigeschossige Containeranlage für eine Montessori-Schule

Container sind auf Baustellen als Büro-, Lager- und Sanitärlösung etabliert. Ein aktuelles Projekt der Beutlhauser-Gruppe zeigt, dass sie auch für Bildungs- und Betreuungseinrichtungen eine hochwertige und kosteneffiziente Alternative zum Neubau sein können. 

Projektbeteiligte und Standort

Auftraggeber: Trägerverein der Freien Montessori-Schule Sonnenschein / Elterninitiative
Standort: Polch in der Nähe von Koblenz, Rheinland-Pfalz
Umsetzung: Beutlhauser Standort in Pulheim bei Köln
Hersteller der Container: RECON

Fakten zum Projekt

Nutzung

Temporäres Schulgebäude für Grundschule und Realschule+ für rund 100 Schüler zur Langzeitmiete

Umfang der Anlage

Knapp 60 Container zweistöckig aufgebaut auf rund 870 m²

Räume

6 Klassenräume, Mensa mit Küche, Lehrerzimmer, Sekretariat, Musikzimmer, Sanitär- und Technikräume

Projektdauer

Weniger als ein Jahr von der Planung bis zum Einzug im Oktober 2025

Baugenehmigung

Ja - die genauen Anforderungen richten sich nach geplanter Nutzungsdauer und Landesbauordnung

Klassenzimmer in einer Container-Schule von Recon

Der Auftraggeber:

Freie Montessori-Schule Sonnenschein in Polch

Die Montessori-Grundschule in Polch nahe Koblenz besteht seit 2018. In Trägerschaft der ehrenamtlich aktiven Elterninitiative erfolgte zum Schuljahr 2025/2026 mit der Gründung der Realschule+ eine zentrale Weiterentwicklung. Damit können die Schüler ihren Bildungsweg nach der Grundschule durchgängig nach der Montessori-Pädagogik fortsetzen. Mit der neuen Schulform wuchs auch der Raumbedarf. 

Klassenzimmer von innen in einer Container-Schule

Die Ausgangslage:

Warum weder Anbau noch Neubau infrage kamen

Am bisherigen Standort war eine Erweiterung aus Platzgründen nicht möglich. Gleichzeitig kam ein kompletter Neubau aus Zeit- und Kostengründen nicht in Frage – insbesondere, da die Privatschule in den ersten beiden Jahren ohne staatliche Förderung auskommen muss und die Finanzierung maßgeblich durch die Eltern erfolgt. Zusätzlich galt es, Anforderungen an Barrierefreiheit zu erfüllen und zahlreiche behördliche Vorgaben zu berücksichtigen.

 Zweigeschossige Container-Schule

Die Lösung von Beutlhauser

Eine zweigeschossige Containeranlage zur Miete

Die Entscheidung fiel auf eine temporäre Anlage zur Miete. Sie erwies sich als schnell realisierbare und wirtschaftliche Lösung: Von der Planung bis zum Einzug im Oktober 2025 verging weniger als ein Jahr. Durch die geschickte Kombination von fast 60 Containern entstand eine vollwertige schulische Infrastruktur mit sechs großen Klassenräumen. Behördliche Vorgaben konnten durch präzise Planung, technische Expertise und die Wahl des passenden Herstellers eingehalten werden. Insgesamt umfasst die Anlage rund 870 Quadratmeter. Damit bietet sie genug Platz für die wachsende Schulfamilie.

Anforderungen an die Schulcontainer

Deckenhöhe der Container und Nutzlast im Obergeschoss

Für Unterrichtsräume ist eine Mindestdeckenhöhe von 3 Meter vorgeschrieben. Bei Standardcontainern liegt die Innenhöhe unter 2,50 Meter, deshalb kamen Container in Übergröße zum Einsatz. Für das Obergeschoss gilt zudem die Auflage, eine Flächennutzlast von 3,5 Kilonewton pro Quadratmeter sicherzustellen, um Klassenräume uneingeschränkt nutzen zu können. 

Barrierefreiheit

Zur Steigerung der Barrierefreiheit im Erdgeschoss wurden Türen mit einer lichten Breite von mindestens einem Meter eingesetzt.

Brandschutz und Energieeffizienz

Die beiden Geschosse sind durch eine innenliegenden Treppe und zwei Stahlaußentreppen verbunden, die zugleich als Fluchtwege dienen. Die Brandschutzanforderungen an ein Schulgebäude sind erfüllt. Die Containerschule ist energetisch nach dem Gebäudeenergiegesetzes (GEG) für den dauerhaften Schulbetrieb ausgelegt.

Das Fazit

„Von innen sieht man gar nicht, dass es sich um Container handelt“

Mit der Containeranlage konnte in kurzer Zeit eine funktionale und hochwertige Lernumgebung geschaffen werden, die den Anforderungen der Montessori-Pädagogik gerecht wird. „Von innen sieht man gar nicht, dass es sich um Container handelt“, sagt Sandra Schäfer. Die Elterninitiative ist davon überzeugt, für die rund 100 Schüler moderne Rahmenbedingungen für selbstbestimmtes Lernen geschaffen zu haben.

Für wen lohnt sich eine Containerschule statt Neubau

Unser Beispiel der Montessori-Schule zeigt, dass eine Containeranlage die wirtschaftlichere Wahl sein kann: 

Schulen mit schnell wachsenden Schülerzahlen

Kurzfristig wachsender Raumbedarf durch ansteigende Schülerzahlen oder neue Schulformen. 

Interimslösungen

Zwischenlösung während Sanierung, Umbau oder Neubau des bestehenden Schulgebäudes. 

Privatschulen und Neugründungen

Schulen und andere Bildungseinrichtungen, die in der Anfangsphase ohne staatliche Förderungen starten müssen. 

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