28. April 2019 | Beutlhauser-Gruppe

2-Wege Unimog U 423: ein Multitalent, am Kai Zuhause.

Der bayernhafen Regensburg ist die Drehscheibe für den Güterverkehr von gesamt Ostbayern. Da ist ein Allrounder gefragt, der zieht, hebt, streut oder Lichtraumprofile schneidet. Der Unimog U 423 ist so ein Multitalent – mit ganz spezieller Technik.

Ruckfreies Anfahren dank Wandlerschaltkupplung.

Gleichmäßig, fast sanft setzt sich der Unimog U 423 – trotz des schweren Eisenbahnwaggons an der Kupplung – in Bewegung. Transportiert werden Prüfgewichte. Die werden zur jährlichen Sicherheitsprüfung der Einfachlenker- und Doppellenker-Wippdrehkräne des Nordkais im Regensburger Westhafen benötigt. Rund um die Uhr läuft dort der Umschlag großer Lasten – und der Unimog U 423 ist ein wichtiger Teil damit alles reibungslos läuft.

Ohne die eingebaute Wandlerschaltkupplung (WSK) – ein hydrodynamischer Drehmomentwandler für den Schwerlastbetrieb, der verschleißfrei arbeitet – wäre ruckfreies Anfahren mit so hohen Zuglasten nicht möglich. Die Zagro-Schienenführung für den Einsatz auf Straße und Schiene ist nur ein Aspekt am 231 PS starken Unimog U 423. Der Unimog muss noch eine Menge mehr Aufgaben im Hafen erfüllen.

Viel mehr als nur eine Zugmaschine.

So ist das Team am Standort Regensburg froh, mit dem kompakten Geräteträger über ein zuverlässiges Werkzeug für den regelmäßigen Unterhalts- und Räumbetrieb zu verfügen. Das sind zeitraubende Tätigkeiten – bei einer Fläche von 175 ha und über 30 km Gleislänge ist eine gute Ausrüstung daher mehr als willkommen.

Der bayernhafen Regensburg ist beim Schiffsgüterumschlag in ganz Bayern – führend. Er ist neben Aschaffenburg, Bamberg, Nürnberg, Roth und Passau einer von sechs Standorten. Die Lage an wirtschaftsgeografisch bedeutenden Knotenpunkt, kombiniert mit einer effizien­ten Verknüpfung der Verkehrswege Wasser, Schiene und Straße, zeichnet den Standort aus. Jährlich werden rund neun Millionen Tonnen Güter umgeschlagen.

Waren früher in Regensburg winterliche Räum und Streuarbeiten noch mit einem Unimog U 90 machbar und der Waggonbe­trieb mit einer Rangierlok, wurden für Arbei­ten mit Hubarbeitskorb, Lichtraumprofil frei­schneiden, Mähen oder Mulchen meist Miet­geräte geholt oder Dienstleister beauftragt. Um die notwendigen Arbeiten effizienter durchführen zu können wurde bei bayernhafen im Jahr 2015 erstma­lig über die Beschaffung eines multifunktionalen Arbeitsfahrzeugs auf Basis Unimog nachgedacht.

Für den Standort Regensburg wur­den diese Überlegungen schließlich in die Tat umgesetzt. Dazu Klaus Hohberger, Mitglied der Geschäftsleitung und verantwortlich für den Gesamtbereich Technik bei bayernhafen: „Die Anforderungen eines Hafens sind sehr vielfältig, darum benötigen wir mehr als Standardequipment.“ So füllte sich das Lastenheft beim Brainstorming um nöti­ge Ausstattungen für die vielen Anwendungsfälle: Streuen und Räu­men in den Wintermonaten, Mähen und Mulchen, aber auch häufige Materialtransporte. Nicht zuletzt dachte man an Aushub- und Erdar­beiten, die dank mitgeführtem Kran und Greifer ein Beladen und Transportieren von Schnittgut, Mulch oder Schotter möglich macht.

Aus einer ungewöhnlichen Idee wird ein Serienstandard.

Um für die vielfältigen Anwendungen gerüstet zu sein ist der Unimog U 423 beispielsweise mit einer mechanischen Frontzapfwelle sowie mit der für den Uni­mog typischen Mehrkreis-Hydraulik ausgestattet. Der hydrostatische Fahrantrieb erlaubt die stufenlose Regelung der Arbeitsgeschwindig­keit beim Mähen oder Lichtraumprofil schneiden bei konstanter Arbeitsdrehzahl. „Im Standard-Portfolio der Daimler AG war die Kom­bination Wandlerschaltkupplung und hydrostatischer Fahrantrieb bis­her nicht vorgesehen“, erläutert Manfred Plodeck, Verkaufsberater der lokalen Unimog-Vertretung Beutlhauser. Das brachte das Team von CTT (Custom Tailored Trucks) auf den Plan.

Letztlich meisterte das Wörther Spezialteam die Verbindung Wandlerschaltkupplung und Hydrostat mit Bravour. Seit über einem Jahr ist der blaue Unimog U 423 jetzt im Einsatz beim bayernhafen und darf seit seiner Bahnabnahme vor Ort auch mit allen Anbaugeräten im Hafengebiet eingesetzt wer­den. Im August kam ein spezieller Frontauslegemäher mit abgestimm­tem Mähkopf dazu, der den Umimog für bayernhafen noch wertvoller macht.

Für Mercedes-Benz Special Trucks bedeutete es am Ende, eine neue interessante Kombination im Portfolio zu haben. „Wir freuen uns, mit Daimler und der Unimog-Generalvertretung Beutlhauser Part­ner gefunden zu haben, die die Herausforderung angegangen sind, ein speziell auf unseren Anforderungskatalog zugeschnit­tenes Fahrzeug zu konzipieren“, erklärt Klaus Hohber­ger. „Mit dieser Unterstützung konnten wir partner­schaftlich ein Fahrzeug realisieren, das sicherlich zukunftsweisend für diese Fahrzeug-Kategorie ist.“

Quelle: Unimog Magazin 01/2019