5. Juni 2019 | Beutlhauser-Gruppe

Baustelle Industrie 4.0 im Tagebau Welzow Süd

Die Carl Beutlhauser Baumaschinen GmbH hat zusammen mit der Alberding GmbH und der Tiefenbacher GmbH ein GPS-System entwickelt, über das acht Gleisrückmaschinen für Förderbrücken, die speziell im Lausitzer Tagebau eingesetzt werden, die Position der Gleise exakt erfassen können. Wegen seiner Vorteiler wurden inzwischen auch vier Liebherr Rohrleger mit diesem System ausgestattet.

 

Im Tagebau in der Lausitz, der durch die LEAG betrieben wird, kommen spezielle Förderbrücken zum Einsatz, die die Kohle in etwa 80 Metern Tiefe freilegen und den Abraum von einer Seite des Tagebaus auf die andere Seite schaffen. Diese Förderbrücken fahren auf Gleisen immer parallel zur Abbaukante, wobei die Gleise fast täglich wieder in Richtung Abbaurichtung verschoben werden müssen. Diese Aufgabe bewältigen Gleisrückmaschinen, die das Gleis anheben und während des Fahrens auf dem Gleis circa einen Meter weit in Richtung Abbaurichtung zu verschieben. Da für die Planung der Tagebau-Prozesse die genaue Lage dieser Gleise bekannt sein muss, hat die Carl Beutlhauser Baumaschinen GmbH zusammen mit den Firmen Alberding GmbH und Tiefenbacher GmbH ein GPS-System für die Gleisrückmaschinen entwickelt.

GPS-System funkt tagesaktuelle Position der Gleise

Das System funktioniert folgendermaßen: In der Planungsabteilung wird auf der Grundlage der letzten Gleislage ein neuer Rückprozess geplant. Diese Planwerte werden im Netzwerk der LEAG an die ausführende Abteilung digital übergeben. Nach Prüfung werden die Daten per Funk auf die Gleisrückmaschine übergeben. Der Maschinist vor Ort übernimmt diese Daten, prüft sie auf Plausibilität und führt die Rückaufgabe aus. Zum Ende der Gleisverschiebung, wenn die Soll-Lage mit der Ist-Lage übereinstimmt, erfolgt eine Messfahrt, bei der die aktuellen Daten aufgezeichnet werden. Diese Daten werden wiederum per Funk automatisch ins Netzwerk der LEAG gesendet und automatisch an alle für die Tagebau-Planung verantwortlichen Abteilungen verteilt.

Digitalisierung vereinfacht die Planung

Das GPS-System hat sich bei der Verschiebung der Gleise bestens bewährt: Mit ihm lassen sich komplizierte Gleisradien einfacher planen und ausführen. Außerdem ist keine Absteckung der Gleislagen durch die Markscheider mehr erforderlich. Angesichts der Vorteile wurde nach Wegen gesucht, dieses Prinzip auch auf die Verschiebung der Bandanlagen anzuwenden.

GPS-System bewährt sich auch bei Liebherr Rohrlegern

3D-Steuerung-Soll-ist-Vergleich-Rohrleger

Auch hierfür hat Beutlhauser in Kooperation mit Tiefenbacher eine Lösung gefunden. Für Liebherr auch ein GPS-System für Liebherr Rohrleger entwickelt, wo nach dem gleichen Prinzip wie bei den Gleisrückmaschinen ein System entstanden ist, das die Planungsabteilungen automatisch mit den aktuellen Endlagen der Bandanlagen versorgt. Bei den Rohrlegern wurde die Bedienung der schon vorhandenen Schlafseilautomatik in den vorhandenen Bildschirm mit integriert.

Zuverlässig und einfach zu bedienen

Die installierte Technik zeichnet sich durch Zuverlässigkeit und einfache Bedienung aus. Im Tagebau Welzow Süd wurden bisher acht Gleisrückmaschinen und vier Liebherr Rohrleger mit diesem System ausgestattet. Auch hier hat sich das GPS-System im Zentimeter-Bereich als sehr zuverlässig erwiesen.