25. Februar 2019 | Beutlhauser-Gruppe

Pistenbullys bügeln den Geißkopf glatt

Plötzlich kommen verdächtige Stimmen aus dem Lautsprecher. Erst verzerrt, dann immer klarer. Bis dahin hörte man nur: Piepsen, das Rattern des Motors und das Feuerzeug, mit dem Ferdinand Pletl sich die nächste Zigarette anzündete. „I woaß net, was des is“, sagt Pletl schulterzuckend. Sein Blick unschuldig, seine rehbraunen Augen hellwach in der Dunkelheit, die sich über den Geißkopf im Landkreis Regen gelegt hat. Es ist das Radio, das sich während Zigarette Nummer vier selbstständig macht. „Let’s go for a little walk“, tönt es aus den Boxen. Diese Nacht läuft: die Oldie-Welle Niederbayern. Diese Nacht wird: „a little walk“ bis zwei Uhr nachts – mit einer knatternden Pistenraupe, einer Schachtel Zigaretten und einem „Oldie“.

Mit 22 Jahren steigt Ferdinand Pletl zum ersten Mal auf eine Pistenraupe. 30 Jahre später sitzt er immer noch drauf. Man tritt ihm also nicht zu nahe, wenn man ihn als Pistenoldie bezeichnet. Pletl zieht an seiner Zigarette, der Pistenbully schiebt sich Richtung Bergstation.

Der Kirchberger ist einer von zwei fest angestellten Raupenfahrern am Geißkopf. Zwei Aushilfen hat Betriebsleiter Alexander Achatz in der Hinterhand. Je nach Wetter pflegen die Raupenfahrer die Piste sechs bis sieben Stunden – vorausgesetzt es ist kein Nachtskifahren. Denn dann walzen Pletl und sein 26-jähriger Kollege Stefan Schreder schon vorher einmal über die beleuchteten Pisten. Viel Sinn hat das allerdings nicht. „Des is nur epps fürs Auge“, sagt Pletl.

Achatz erklärt: „Der Schnee ist zu weich und kann in der kurzen Zeit nicht gefrieren, aber die Gäste haben ein besseres Gefühl.“ Also rücken seine Raupenfahrer von 16.30 bis 18 Uhr aus, bereiten danach schon einmal die Pisten vor, die nicht mehr benutzt werden. Nach der Pause geht es von 21 Uhr meistens bis 1 oder 2 Uhr nachts.

(https://www.pnp.de/lokales/landkreis_regen/regen/3237236_Video-Fotostrecke-So-buegeln-zwei-Maenner-den-Geisskopf-glatt.html)

(Quelle: Passauer Neue Presse)