26. September 2018 | Azubis

Azubi-Blog #4: Verantwortungsvolle Aufgaben in der Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker für Nutzfahrzeugtechnik

Mein Name ist Lukas. Ich bin 17 Jahre alt und absolviere derzeit im 2. Lehrjahr meine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker für Nutzfahrzeugtechnik im Bereich Kommunaltechnik bei Beutlhauser in Neustadt/Orla.

Der Arbeitsalltag ist vielfältig und abwechslungsreich. Wir führen beispielsweise verschiedene Messungen und Prüfungen durch und diagnostizieren damit Fehler und Störungen an Fahrzeugen. Zudem erledigen wir verschiedene Service- und Wartungsarbeiten, sodass wir häufig Maschinenteile und Systeme (de-)montieren oder umrüsten und instand setzen. Somit reichen die Aufgaben von einem Ölwechsel oder dem Tausch eines Filters bis hin zu einem Ausbau von großen Motoren.

In den letzten Tagen wurde ich beispielsweise von meinem Ausbilder Herrn Zschächner mit einer für mich sehr verantwortungsvollen Aufgabe beauftragt. Zusammen mit meinem Ausbildungsbeauftragten Herr Schäferlein sollte ich nach der Befundung eines Motorschadens den Motor aus einem Mercedes-Benz Unimog U423 ausbauen und durch einen Tauschmotor ersetzen.

Bei der Diagnose stellten wir fest, dass Späne in der Ölwanne des Motors waren. Zur weiteren Feststellung war es notwendig, den Luftkompressor vom Motor zu demontieren. Als Schadensursache wurde festgestellt, dass das Zwischenrad zum Kurbelwellenrad im Steuergehäuse sich aus seiner Befestigung gelöst hatte. In dessen Folge kam es zum Bruch am Zwischenrad. Das Triebwerk musste ausgebaut werden.

Den Motor ausbauen, bedeutete für uns:

  • Einen Kurz-Test durchzuführen und damit Parameterdaten aus dem alten Motor auszulesen und zu speichern
  • Die Batterie abzuklemmen und das Kühlmittel abzulassen
  • Diverse Öle abzulassen
  • Diverse Leitungen abzuschrauben
  • Luftfiltergehäuse, Kardanwellen und diverse elektrische Leitungen auszubauen
  • Die Zusatzaggregate abzubauen
  • Und den Motor aus dem Fahrzeug herauszuheben

Aus dem alten Triebwerk mussten nun einige Teile in den Tauschmotor umgebaut werden, z.B. ein Motorleitungssatz, der Drehstromgenerator, die Kupplung und das Zapfwellengetriebe.

Anschließend haben wir den Tauschmotor in den Unimog gehoben und alle Aggregate wieder angeschlossen. Danach haben wir die Motorelektronik über die Star-Diagnose neu angelernt und aktiviert. Die verbleibenden Restarbeiten wie das Kühlwasser und diverse Öle aufzufüllen und die Batterie an zu klemmen durfte ich selbstständig erledigen.

Letztendlich führten wir einen Probelauf des Motors durch und machten eine Probefahrt.

Zum Schluss prüfte ich alle Leitungen, ob diese auch dicht waren.

Mir hat es Spaß gemacht, an einem so umfangreichen und verantwortungsvollen Auftrag mitarbeiten zu dürfen und dass ich voll integriert war. Ich habe dabei sehr viel gelernt und wichtige Erfahrungen für mein späteres Berufsleben mitgenommen.