5. Dezember 2016 | Service

Havarierter Seilbagger sicher geborgen

Ein Erdrutsch am Concordiasee (Lausitz) bringt einen Raupenkran in Gefahr. Für die Errichtung einer Bergerampe rüstet Beutlhauser eine Planierraupe mit Fernsteuerung aus, um sicher außerhalb des Gefahrenbereichs operieren zu können.

Durch einen Geländeabbruch am Ufer des Concordiasees, dem ehemaligen Tagebau Nachterstedt, geriet Ende Juni 2016 ein Liebherr- Raupenkran LR 1300 in eine gefährliche Lage, aus der sich das Gerät nicht ohne größeren Aufwand bergen lässt. Ein durch den Betreiber LMBV (Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH) erarbeitetes Bergungskonzept sieht vor, über eine Bergerampe den Raupenkran wieder auf gesichertes Land zu bewegen. Zur Herstellung der Bergerampe, die das rund 300 Tonnen schwere Gerät tragen muss, werden rund 30.000 Tonnen Material bewegt und verbaut.

Unter dem obersten Grundsatz „Wahrung der Sicherheit für alle Beteiligten“ wird dieses Material mittels einer funkferngesteuerten Planierraupe eingearbeitet. Das Konzept wurde von Beutlhauser entwickelt. Die Planierraupe vom Typ Liebherr PR 734, mit einem Dienstgewicht von rund 24 Tonnen, wird durch den Bediener mittels Joystick aus rund 200 Metern Entfernung vom gesicherten Festland aus bewegt. Mit der Funkfernbedienung, deren Handhabung durch die Bediener im Vorfeld gesondert trainiert wurde, kann die Planierraupe mit allen Funktionen gesteuert werden. Das ist notwendig um das Material fachgerecht entsprechend des vorgegebenen Geländemodells einzuarbeiten. Die Planierraupe kann auch auf Automatikbetrieb mit GPS-Steuerung umgeschaltet werden, um die entsprechenden Sollhöhen der Bergerampe auf der Basis des Geländemodelles herzustellen.

Diese Bergung ist kein Alltagsgeschäft

Die an der Planierraupe angebrachten sechs Kameras übertragen Bilder aus dem unmittelbaren Umfeld der Planierraupe auf Bildschirme in einem Bedienstand außerhalb des Gefährdungsbereiches. Damit können Gefahrensituationen sofort erkannt und Gegenmaßnahmen getroffen werden. Die von den Kameras aufgezeichneten Bilder sind insbesondere dann wichtig und notwendig, wenn die Planierraupe außerhalb der Sichtweite des Bedieners von Land aus arbeitet. Nach der Fertigstellung der Bergerampe, erfolgte mit der Planierraupe, ausgerüstet mit einer Stechschaufel, das Freilegen des Unterbaus des LR 1300. Ende November 2016 ist es der LMBV schließlich gelungen, im engen Zusammenspiel mit den beteiligten Sanierungs- und Fachfirmen (Beutlhauser und TDE) das havarierte Verdichtungsgerät wieder auf sicheren Grund zu fahren. Das konnte nun mannlos per Fernsteuerung zurückgefahren werden. Die Arbeiten fanden unter hohen Sicherheitsstandards an den Uferböschungen des künftigen Concordiasees statt.

 

Arbeiten für Bergen des havarierten Seilbaggers am Tagebau Nachterstedt begonnen