22. April 2016 | Beutlhauser-Gruppe

Case IH AFS – Werkzeug der modernen Landwirtschaft

AFS ist die Abkürzung für den englischen Begriff „Advanced Farming Systems“ und ist auch unter dem Begriff „Precision Farming“ (Präzisionslandwirtschaft) bekannt.

Case IH AFS steht für ein umfassendes Sortiment von praxisorientierten Lösungen, mit denen Landwirte ihren Betrieb und ihre Flächen effizienter bewirtschaften können als jemals zuvor.

AFS unterteilt sich in verschiedene Bereiche:

  • Lenksysteme und Korrektursignale
  • ISOBUS und Gerätesteuerung
  • Telemetrie
  • Software

Lenksysteme und Korrektursignale

Mit dem Einsatz von Lenksystemen wird der landwirtschaftliche Betrieb wirtschaftlicher, weil die Landwirte sparen. Sie sparen vor allem bei den Betriebsmitteln wie Kraftstoff, Saatgut, Dünger, Pflanzenschutz und Arbeitszeit. Die Fahrer genießen eine spürbare Entlastung und können sich mehr auf die Überwachung der Maschine beziehungsweise des Anbaugerätes konzentrieren.

Bei den Lenksystemen wird zwischen integrierten automatischen Lenksystemen und assistierten automatischen Lenksystemen unterschieden.

ACCUGUIDE™ ist das integrierte Lenksystem für alle Case IH-Maschinen ab 130 PS. Es ist auf ideale Art und Weise in das Case IH Bedienkonzept integriert und wird über den integrierten Maschinenmonitor AFS-700 gesteuert. Die Steuerung erfolgt durch direkten Eingriff in die Lenkhydraulik. Für Steyr-Traktoren ist das gleiche System unter der Bezeichnung S-TECH™ erhältlich.

AUTOPILOT™ ist ebenfalls ein vollintegriertes automatisches Lenksystem, welches im Gegensatz zu ACCUGUIDE™ auch auf vorgerüsteten Maschinen fast aller Marken eingesetzt werden kann.

EZ-PILOT™ ist ein assistiertes automatisches Lenksystem. Wie der AUTOPILOT™ kann auch der EZ-PILOT™ auf fast allen Traktor und Mähdreschermarken und Modellen nachgerüstet werden. Sobald er aktiviert ist, dreht der EZ-Pilot™ das Lenkrad mit einem elektrischen Antrieb.

Für AUTOPILOT™ und EZ-PILOT™ stehen drei verschiedene Monitore mit unterschiedlichen Ausstattungen zur Verfügung.

Bei allen Systemen empfängt die Maschine Positions-Signale von GPS- und je nach Freischaltung zusätzlich GLONASS-Satelliten. Um genau auf der Spur zu fahren wird zusätzlich ein Korrektursignal benötigt. Es gibt verschiedene Korrektursignale, die sich in der Genauigkeit unterscheiden. Je nach Art des Korrektursignals werden Spur-zu-Spur-Genauigkeiten von +/- 20 cm bis +/- 2,5 cm erreicht.

RTK (Echt-Zeit-Korrektur) ist die Top-Technologie, die eine verlässliche Spur-zu-Spur Genauigkeit von +/- 2,5 cm bietet – und das Jahr für Jahr.

Im Gebiet Thüringen und Westsachsen hat Beutlhauser sechs RTK-Stationen errichtet. Das Korrektursignal wird über das Mobilfunknetz übertragen. Der Landwirt sucht sich einfach das Netz mit dem besten Empfang in seinem Gebiet aus. Damit wird jedem Landwirt im Beutlhauser Verkaufsgebiet immer die optimale Signalabdeckung garantiert. Für kurzeitige Mobilfunkausfälle, etwa durch Abschattung, bietet Case IH kostenlos die xFill Technologie an, welche RTK-Ausfälle bis zu 20 Minuten überbrückt.

Parallel zu den Beutlhauser eigenen RTK-Stationen verfügt Case IH über das RTK+ – Netzwerk, in das alle Händlerstationen in Deutschland eingebunden sind. Mit dem Netzwerk ist es möglich, mit nur einer Anmeldung an jedem Ort in Deutschland ein RTK-Signal zu empfangen, sogar wenn mal eine RTK-Station ausfallen sollte. Außerdem können wir mit RTK+ für alle anderen Hersteller ein RTK-Signal anbieten.

 

ISOBUS und Gerätesteuerung

AFS_Virtual Terminal ISOBUS

ISOBUS

ISOBUS ist ein weltweit genormtes System zur Maschinen- und Anbaugerätesteuerung, so dass z.B. über ein einziges Terminal verschiedene Anbaugeräte gesteuert werden können und auf überflüssigen „Kabelsalat“ verzichtet werden kann.

Mit der Funktion „Virtual Terminal“ auf dem Case IH AFS-Monitor werden ISOBUS-fähige Anbaugeräte unterschiedlicher Hersteller einfach über den Traktormonitor gesteuert, ohne dass ein weiteres Gerät in die Fahrerkabine eingebaut werden muss. Wie beim AccuGuide-Lenksystem gibt es die ISOBUS-Vorrüstung für alle Maschinen ab 130 PS.

Mit der automatischen An- und Abschaltung der Teilbreiten von Düngerstreuern und

Pflanzenschutzspritzen – auf Basis aktueller GPS Daten und der gewünschten Überlappung– liefert der ISOBUS Task Controller optimale Ergebnisse. Das ist auf Vorgewenden oder unregelmäßig geformten Feldern besonders hilfreich. Zusätzlich zu 5-10 % geringerem Dünge und Pflanzenschutzmittelaufwand, profitieren die Betriebe dank der gezielten Applikation ohne Fehlstellen auch von einem höheren Ertragspotenzial.

FIELD-IQ™ TEILBREITENSCHALTUNG

Field-IQ™ ist eine sehr gute Alternative zu ISOBUS. Bei Geräten ohne ISOBUS schaltet Field-IQ™ automatisch bis zu 48 Sektionen des Spritzgestänges ein oder aus und vermeidet so Überlappungen und Fehlstellen etwa am Reihenende. Die Arbeit wird damit insbesondere auf dem Vorgewende, entlang von Gewässern oder bei sonstigen anspruchsvollen Situationen schneller, präziser und weniger anstrengend für den Fahrer.

TRUETRACKER™ – AKTIVE STEUERSYSTEME FÜR ANBAUGERÄTE

Mit dem TrueTracker™ System folgen geeignete Anbaugeräte auch in hängigem Gelände und bei wechselnden Bodenverhältnissen verlässlich einer wiederholbaren Spur.

Das System hält Maschinen für Bodenbearbeitung und Strip Till sowie Sä- und Pflanzmaschinen, Fräsen, Spritzen, Erntemaschinen und jedes andere Gerät, das mechanisch gesteuert werden kann, unmittelbar in der Spur des Traktors.

Mit dem Beutlhauser RTK-Signal erhalten Traktor und TrueTracker™ korrigierte GPS-Daten von der RTK-Station und das Anbaugerät wird mit einer Genauigkeit von +/- 2,5 cm gesteuert.

TrueTracker™ hilft so dabei, Saatbettbereitung und Düngerplatzierung zu optimieren und Bestandsentwicklung und Erträge zu verbessern.

TRUEGUIDE™ – PASSIVE STEUERSYSTEME FÜR ANBAUGERÄTE

Im Gegensatz zu TrueTracker™ wird TrueGuide™ für Anbaugeräte genutzt, die nicht mechanisch gelenkt werden können. Bei TrueGuide™ wird nur die Spur des Traktors korrigiert, womit die Anbaugeräte auf Spur gehalten werden. Bei stark geneigtem Gelände nimmt die Spurgenauigkeit allerdings ab, aber die Abweichung ist um mindestens 50 % geringer als bei Maschinen ohne Anbaugerätesteuerung.

FIELDLEVEL™ SYSTEM

FieldLevel™ ermöglicht die Geländeerfassung sowie die Planung und Umsetzung bei der Gestaltung von Bodenoberflächen. Zum Beispiel im wasserempfindlichen Kohlanbau nivelliert das System aktiv das Feld und steuert folglich Fließgefälle und die Fließrichtung von Oberflächennässe. Durch diese Gestaltung des Feldes kontrolliert der Landwirt überschüssiges Wasser, spart Bewässerungskosten und kann somit präventiv Schäden durch Staunässe vermeiden.

 

Telemetrie

AFS_Telematic_Graphics_3D

Case IH AFS Connect™ Telematik nutzt GPS-Daten und Mobilfunk-Technologie, um Maschinendaten zu senden und zu empfangen.

AFS Connect™ ermöglicht ein modernes Flottenmanagement, indem der Nutzer über PC, Tablet oder Smartphone den Standort, Status und Einstellungen der Maschine sehen kann. Die Funktionen Geo-Fencing und das Sperrzeiten-Management alarmieren den Landwirt per SMS, wenn die Maschine einen virtuell eingegrenzten Bereich verlässt oder außerhalb der Arbeitszeit gestartet wird und ermöglicht so einen zuverlässigen Diebstahlschutz.

Das abrufbare Fehlerprotokoll der Maschinen erlaubt dem Servicetechniker schon vor Anreise zu wissen, welches Material er zur schnellen und gezielten Fehlerbehebung benötigt.

Software

Mit der AFS-Desktopsoftware von Case IH hat der Landwirt einen vollständigen Überblick über die geleistete Arbeit auf den Feldern, Arbeitseffizienz, Kraftstoffverbrauch für jede Arbeit und den Ertrag. Er kann mit der Software die von einem Lenksystem aufgezeichneten Spuren importieren, in die Software einpflegen, bearbeiten und für andere Maschinen wieder exportieren. So können alle Fahrzeuge der Flotte exakt die gleichen Spuren nutzen und finden auch in den Folgejahren mit einer Genauigkeit von +/- 2,5 cm zu diesen Spuren zurück.

Damit ist die AFS-Desktopsoftware ein effizientes Werkzeug für die Verwaltung, Auswertung und Anpassung von AFS-Daten für eine komplette elektronische Schlagkartei.

Mit all diesen Instrumenten besitzt der Landwirt die Möglichkeit, maximale Flächenleistung zu erzielen, sauber auf dem Feld zu arbeiten, Ressourcen effizient zu nutzen, Arbeiten vernünftig zu dokumentieren und zu planen, seine Investitionen zu schützen und nicht zu vergessen, den Fahrer bei seiner Arbeit zu entlasten und zu motivieren.

„So und nicht anders verstehen wir die Anforderungen der modernen Landwirtschaft.“, betonte Steffen Köbe, AFS-Spezialist.

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