14. März 2016 | Vertrieb

Bell Equipment – Neue Modelle für neue Märkte

„Premieren, Premieren, Premieren …“ lautet das Motto der diesjährigen Bauma-Präsentation des internationalen Muldenkipper-Spezialisten Bell Equipment (Halle 5, Stand 148). Eines der Highlights ist die Markteinführung der mittleren und großen E-Serien-Baureihen von 35 bis 50 Tonnen Nutzlast, die Bell auch unter EU4/Tier4final als vielseitigsten Anbieter knickgelenkter 6×6-Muldenkipper bestätigt. Und ganz unverhüllt können sich Betreiber aller Marken bereits vor der Weltpremiere des neuen Sechzigtonners B60E ein Bild davon machen, wie Bell Equipment seit gut drei Jahren das Thema „weltweit größter knickgelenkter Muldenkipper“ erfolgreich interpretiert.

 

Vier Modelle komplettieren E-Serie

Mit insgesamt vier neuen Modellen komplettiert Bell Equipment zur Bauma seine E-Serien-Generation knickgelenkter Muldenkipper. Mit den aktuellen Erdbau-Dumpern Bell B25E und B30E, den neuen mittleren Baureihen B35E und B40E sowie den neuen Großdumpern B45E und B50E hält Bell weiterhin an den „klassischen“ Abstufungen fest und bietet nach wie vor das weltweit größte 6×6-Programm. Dabei folgen die Modelle Bell B35E und B40E dem allgemeinen Markttrend mit deutlich höheren Nenn-Nutzlasten.

 

Den Schritt zu EU4/Tier4final vollzieht Bell Equipment mit neuen Reihen-6-Zyl.-Motoren von Mercedes-Benz, die von MTU für den Offroad-Betrieb optimiert wurden. Gegenüber ihren V6-/V8-Vorgängern durchweg stärker ausgelegt, erfüllen die neuen Motoren alle aktuellen Abgasrichtlinien ohne Diesel-Partikelfilter und arbeiten im Zusammenspiel mit neuen 7-Gang-Allison-Automaten (ab B40E) laut Bell Equipment noch kraftstoffsparender. Mit dem Übergang zu den länger bauenden Reihenmotoren entfallen in den neuen Bell-Baureihen die Getrieberetarder. Jetzt übernehmen Jakobs-Motorbremse und Ölbadlamellenbremsen die vollautomatische, mehrstufig vorwählbare Hilfsbrems-Funktion, die dank höherer Motorbremsleitung und eigenem, separat gekühltem Bremsöl-Kreislauf noch mehr Komfort und Sicherheit auf langen Gefällstrecken bietet.

 

Alle neuen Modelle besitzen die attraktive E-Serien-Linienführung, die insbesondere mit der großzügig verglasten Bell-Standardkabine hohe Maßstäbe in Übersichtlichkeit und Fahrkomfort setzt. Der großformatige Cockpit-Monitor mit intuitiver Menüsteuerung informiert den Fahrer jederzeit über aktuelle Betriebszustände und hält mit Einblendung der serienmäßigen Rückfahrkamera auch potenzielle Risiken im Blick. „Auf einen Griff“ erreicht der Fahrer alle Bedienelemente – zahlreiche Routinefunktionen (Kippen/Senken, Parkbremse) sind praxisgerecht in Lade- und Fahrassistenten der Bell-Fahrzeug­steuerung integriert.

 

„Mit den neuen Modellen positionieren wir unser gesamtes Programm wieder gewohnt stark im Wettbewerb,“ unterstreicht Vertriebsleiter Andreas Reinert, Bell Equipment Deutschland. „Bei den stückzahlstarken 30- bis 40-Tonnern liegen unsere Knicklenker in Brutto-/Netto-Gewichten, effizienter Leistung und damit den direkten Betriebskosten weiterhin ganz vorne. Darunter und dazwischen bieten wir Erdbauern und Gewinnungsbetrieben leistungsfähige Alternativen und über 40 Tonnen spielen wir über 15 Jahre Erfahrung in einem Segment aus, dem sich der Wettbewerb gerade erst nach langem Zögern nähert,“ umreißt Reinert seine positiven Erwartungen an die neuen E-Serien-Modelle, deren Serien-Produktion im Eisenacher Bell-Muldenkipperwerk im Spätjahr 2016 anlaufen soll.

 

„Allwetter-Mulde“ als Produktions-Versicherung

Für Anfang 2017 ist der Produktionsstart der zweiten großen Bell-Premiere geplant, die in München nicht nur Knicklenker-Betreiber in ihren Bann ziehen wird: Nach mehrjähriger Entwicklung und zwischenzeitlichen Verkaufserfolgen als D-Serien-Vorversion am südafrikanischen Mining-Heimmarkt präsentiert Bell Equipment auf der Bauma seinen weiterentwickelten 60-Tonnen-Knicklenker Bell B60E im E-Serien-Design und EU4/Tier4final-Ausführung.

 

Mit typischem Vorderwagen, Dreh-/Knickgelenk und Allrad-Antrieb steht der Bell B60E in direkter Tradition der erfolgreichen Bell-Großdumper, was auch die weitgehende Verwendung von großserien-bewährten Komponenten in der adaptiven Vorderachs-Aufhängung, Motor- und Antriebstechnologie sowie Fahrzeugsteuerung und Kabinengestaltung belegt. Doch spätestens mit dem komplett neu entwickelten Hinterrahmen, dessen in Form und Arbeitshydraulik typischer Gesteinsmulde und der jetzt dämpferunterstützen, zwillingsbereiften 70-Tonnen-Einzelachse des deutschen Herstellers Kessler offenbart der 60-Tonner seine wahre Bestimmung: „Wir wollten nicht den ‚Super-Dumper‘ entwickeln, der als Highend-6×6 nochmals 10 Tonnen mehr als unser Flaggschiff B50E durch schwerstes Gelände schafft. Dafür kennen wir den Markt zu genau und wissen, dass es für solch extrem aufwändige Technik weder im schweren Erdbau noch in der Rohstoffgewinnung einen echten Bedarf gibt,“ erklärt Andreas Reinert im Hinblick auf die offensichtliche konstruktive Verwandtschaft mit starren Muldenkippern, wie sie in Steinbrüchen und Tagebauen auf befestigen Fahrwegen eingesetzt werden. „Genau dahin wollen wir mit unserem Bell B60E, in das Marktsegment der kleineren 4×2-Starrkipper mit 60 bis 80 Tonnen Nutzlast. Auch wenn wir bereits vereinzelt unsere 45-/50-Tonner im stationären Bereich platzieren konnten – als buchstäbliche Allwetter-Produktions­maschine sehen wir den neuen Bell B60E als ideale Ergänzung für Gewinnungsbetriebe, die wir mit unserem Offroad-Angebot bisher nicht erreichten.“

 

Tatsächlich bieten 4×4-Antrieb und Dreh-/Knicklenkung erhebliche Vorteile im Befahren steiler Rampen und insbesondere bei ungünstigen Untergrundverhältnissen nach Regenfällen oder im winterlichen Betrieb. Im Gegensatz zu Starrrahmenkippern halten alle Räder/Radpaare konstant Bodenkontakt und übertragen so zuverlässig die Kraft des 16-l-Reihensechszylinders von Mercedes-Benz in Kombination mit Allison-Siebengang-Automatik. Ständige Traktion heißt auch bessere Retarder-/Bremswirkung, was insbesondere bei Gefälle-Fahrten mit und ohne Last ein entscheidendes Sicherheitsplus bringt – so entscheidend, dass schlechte Witterung für starre 4×2-Mulden oft Produktionsstopp bedeutet oder viele Betriebe z.B. über die Wintermonate die Förderung planmäßig einstellen und allenfalls „ab Halde“ produzieren.

 

Genau hier setzt der Bell B60E an: mit ähnlichen Werten bei Nutzlast und Muldenvolumen (ca. 55 t, 35 m³) und vor allem vergleichbaren Abmessungen in Ladehöhe, Spurweite, Durchfahrtsmaßen und Kippcharakteristik lässt sich der Bell-Sechzigtonner problemlos in bestehende Ladeflotten und Infrastrukturen integrieren. „Seit Bekanntwerden unseres 60er-Projekts und nach den ersten positiven Einsatzberichten aus afrikanischen Kundenbetrieben, konnten wir viele interessante Gespräche mit europäischen Betreibern führen. Viele sehen den Bell B60E jetzt schon als ideale Ergänzung ihrer konventionellen Kipper-Flotte, einfach weil sie bei schlechter Witterung weiter produzieren können,“ unterstreicht Andreas Reinert. Auch für Ganzjahres-Betriebe oder grundsätzlich kleinere Unternehmen ist die „Allwetter-Mulde“ interessant: „Mit vergleichbaren Produktionsleistungen zu Starrrahmenkippern bietet der 4×4-Knicklenker durch seine bessere Geländegängigkeit eine höhere Flexibiltät zum Beispiel im Abraumhandling – unterm Strich also eine höhere Auslastung.“