18. Oktober 2021 | Beutlhauser-Gruppe

Licht ins Dunkel bringen – künstliche Beleuchtung auf Baustellen

Wenn die Tage kürzer werden, die Regenschauer zunehmen und dann auch noch Nebel und Frost dazukommen, erhöht sich zwangsläufig das Gefahrenpotenzial auf Baustellen. Insbesondere zu wenig Beleuchtung kann Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle begünstigen oder zu einer Fehlbelastung der Augen führen. Reicht das Tageslicht nicht mehr aus, muss nachgeholfen werden.

Damit jeder Arbeiter zu jeder Zeit und in jedem Bereich der Baustelle eine gute Sicht und ausreichend Licht hat, schafft künstliche Beleuchtung ein Plus an Sicherheit. Die Arbeitsstättenverordnung A 024 schreibt sogar ausdrücklich vor, dass Arbeitsplätze und Verkehrswege auf Baustellen bei nicht ausreichendem Tageslicht künstlich beleuchtet werden müssen. Dabei gilt: Die Beleuchtung ist den besonderen Bedingungen und den unterschiedlichen Arbeitsabläufen anzupassen. Es gibt also nicht eine allgemeingültige Antwort auf die Frage, wann und in welcher Form künstliches Licht für mehr Sicherheit sorgt. Entscheidend sind die Bedingungen vor Ort. Festgeschrieben ist hingegen der nötige Schutz bei einem Ausfall der Allgemeinbeleuchtung. Sind hier besondere Unfallgefahren zu erwarten, muss eine Sicherheitsbeleuchtung mit einer Beleuchtungsstärke von mindestens einem Lux vorhanden sein.

Die richtige Beleuchtungsstärke

Natürlich geht die Verordnung weiter ins Detail. Für die Allgemeinbeleuchtung muss die Beleuchtungsanlage so geplant und errichtet werden, dass diverse Vorgaben erfüllt werden (Tabelle 1).  Während beispielsweise im Hoch- und Tiefbau 20 Lux ausreichend sind, sind im Gleisbau bereits 50 Lux und im Tunnelbau 100 Lux erforderlich. Wichtig: Die beleuchtete Grundfläche kann in der Regel nicht als Ganzes gesehen werden. Wegen Einbauten wie Wänden oder Gerüsten ist sie in Teilflächen zu gliedern (Tabelle 3). Das muss bei der Planung der Beleuchtung von Anfang an mitgedacht werden. Zudem gelten für bestimmte Arbeitsbereiche und Tätigkeiten auch bestimmte Beleuchtungsstärken (Tabelle 2). Für Arbeiten an Holzbearbeitungsmaschinen wird beispielsweise wesentlich mehr Licht benötigt als bei der Durchführung grober Erdarbeiten.

Nun geht es an die Auswahl der Lampen.

Besonders wichtig ist dabei, dass Sicherheitsfarben, die beispielsweise auf Beschilderungen angebracht sind, unbedingt weiterhin als solche erkennbar bleiben. Für eine gute, gleichmäßige Ausleuchtung sollten möglichst Leuchten mit einer breit strahlenden oder asymmetrischen Lichtverteilung genutzt werden. Für kleinere Bereiche können einfache Leuchten mit Halogen- oder Leuchtstofflampen gewählt werden.

Bei größeren Bereichen müssen Leuchten für Lampen mit hoher Lichtleistung (Hochdrucklampen) verwendet werden. Montierte Leuchten müssen dabei grundsätzlich mindestens in der Schutzart IP 23 ausgeführt sein. Die Leuchtenanzahl ist durch den Lampentyp bedingt (Tabelle 3.) Nicht zu vergessen: Lampen sollten regelmäßig gesäubert und gewartet werden, damit die Lichtquellen ihren Zweck zuverlässig erfüllen können.

Anordnung der Leuchten

Nach der Auswahl der benötigten Beleuchtung folgt schließlich die richtige Positionierung. Folgendes ist zu beachten:

− hohe Positionierung der Leuchten,

− Einsatz von mehreren Leuchten mit geringerer Leistung,

− zusätzliche Beleuchtung von Gefahrstellen,

− geeignete Richtung des Lichteinfalls (Schlagschatten vermeiden),

− Vermeidung von Blendungen.

Wer bis jetzt alle Punkte beachtet hat, ist bereits gut aufgestellt. Abschließend sollte allerdings noch an besondere Gefahrenbereiche gedacht werden. Stellen, an denen sich beispielsweise der Fuß- und Fahrzeugverkehr kreuzen, bergen große Risiken und sind mit einer zweckmäßigen Beleuchtung für das Auge nochmals extra hervorzuheben. Das klappt, indem die Beleuchtungsstärke mindestens doppelt so hoch wie in der direkten Umgebung gewählt wird oder eine andere Lichtfarbe zum Einsatz kommt.

Um Funktionalität und Langlebigkeit der Geräte zu gewährleisten, müssen diese regelmäßig fachmännisch geprüft werden. Beutlhauser Safe Work ist ihr Ansprechpartner zum Thema „Technischer Prüfdienst“. Hier erfahren Sie mehr dazu.

Unser Fazit: Durch die richtige Beleuchtung werden Baustellen auf jeden Fall sicherer – die dunklere Jahreszeit kann also kommen!

 

Quelle: BG BAU – Berufsgenossenschaft für Bauwirtschaft